Navigation Kopfzeile

Versicherungen des Vereins und seiner Mitglieder!

1. Sportversicherungsvertrag

In der Bundesrepublik Deutschland besteht im Rahmen der Vereinsmitgliedschaft ein Sportversicherungs-Vertrag mit dem jeweils zuständigen Landessportbund.


Pfeil mehr info

Wie beziehe ich eine BDR-Lizenz?

Die Lösung einer BDR-Lizenz ist nur möglich, wenn man einem Radsportverein bzw. einem Verein mit einer Radsportabteilung angehört.
Pfeil mehr info

Rennlizenz

Warum eine Lizenz?
Nur Inhaber einer Rennlizenz dürfen an Veranstaltungen des Weltradsportverbands UCI, dessen nationalen Mitgliedsverbänden oder kontinentalen Vertretungen teilnehmen.

Muss ich dazu Vereinsmitglied sein?
Ja. Und der Verein muss Mitglied in einem nationalen Dachverband (etwa dem Bund Deutscher Radfahrer, BDR) sein.

Pfeil mehr info

Die Aufsichtspflicht

Kaum ein Begriff innerhalb der Jugendarbeit ist (zu Unrecht) derart gefürchtet und daher zwangsläufig auch missverstanden wie die "Aufsichtspflicht". Fast jeder, der beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, wird mit der Aufsichtspflicht konfrontiert.

 

Was ist Aufsichtspflicht?

  • Aufsichtspflichtige Personen haben die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass die ihnen anvertrauten Minderjährigen selbst nicht zu Schaden kommen und auch keinen anderen Personen Schaden zufügen.
  • Sie müssen ständig wissen, wo sich die Ihnen zur Aufsicht anvertrauten Minderjährigen befinden und was diese gerade tun.
  • Aufsichtspflichtige Personen müssen vorhersehbare Gefahren vorausschauend erkennen und zumutbare Anstrengungen unternehmen, um die ihnen anvertrauten Minderjährigen vor Schäden zu bewahren.

 

Wo ist die Aufsichtspflicht geregelt?

Unmittelbar gesetzlich geregelt sind nur die Rechtsfolgen einer Verletzung der Aufsichtspflicht (wer haftet nach einer Aufsichtspflichtverletzung?), nicht aber Inhalt und Umfang einer ordnungsgemäßen Aufsichtsführung (Wann ist die Aufsichtspflicht verletzt?; Wie wird die Aufsichtspflicht erfüllt ?).

 

Allerdings ist mit dieser oft empfundenen Unsicherheit einer fehlenden umfassenden Regelung gerade der große Vorteil verbunden, dass keine absolut verbindlichen Regelungen existieren, die die aufsichtspflichtigen Personen bei Ihrer Aufsichtsführung behindern und einschränken können.

 

Während früher die Rechtsprechung dazu neigte, Schäden dadurch zu verhindern, dass jegliche Gefahren von vorneherein vom Minderjährigen ferngehalten werden mussten, ist seit Mitte der sechziger Jahre, begleitet von einem stetig wachsenden Selbstverständnis der Jugend und einer zunehmenden Liberalisierung der elterlichen und schulischen Erziehung auch ein Wandel der gerichtlichen Beurteilungsmaßstäbe erkennbar; so sollen Kinder planvoll und mit wachsendem Alter zunehmend an den Umgang mit den Gefahren des Alltags herangeführt werden. Den aufsichtspflichtigen Personen (z.B. Übungsleiter) obliegt es, den Kindern zum Umgang mit Gefahrensituationen brauchbare Handlungs- bzw. Reaktionsmuster aufzuzeigen und eigene Erfahrungen zu verschaffen. Damit einhergehen muss aber zwangsläufig eine zeitweilige Absenkung der Aufsichtserfordernisse, so dass von allen Beteiligten daher auch die Möglichkeit in Kauf genommen werden muss, dass in Einzelfällen negative Erfahrungen entstehen. Diese tragen jedoch mit dazu bei, dass den Kindern und Jugendlichen ein vollständiges, reelles Bild ihrer Umgebung und ein umfassender Erfahrungsschatz im Umgang mit dieser vermittelt wird.

 

Pädagogische Freiräume und Entscheidungsspielräume müssen aber dann zurücktreten, wenn wegen der konkreten Eigenarten des Aufsichtsbedürftigen oder der Gefährlichkeit der Situation erhebliche Schäden drohen.

 

Wie erfülle ich die Aufsichtspflicht?

Für eine ordnungsgemäße Erfüllung der Aufsichtspflicht lassen sich vier Pflichten unterscheiden, die allerdings nicht isoliert zu sehen sind, sondern ihren Sinn nur im Gefüge des gesamten Systems erfüllen.

 

1. Pflicht zur Information

Die aufsichtspflichtige Person hat sich vor Beginn ihrer Tätigkeit laufend über die persönlichen Verhältnisse der Aufsichtsbedürftigen zu informieren. D.h. ihr sollten alle Umstände, die in der Person des Aufsichtsbedürftigen wurzeln und für die konkrete Gestaltung einer Gruppenstunde/ Ferienfreizeit/ Aktivität generell wichtig sind oder im Einzelfall wichtig sein können bekannt sein. Außerdem muss die aufsichtspflichtige Person die Besonderheiten der örtlichen Umgebung kennen.

 

Sie hat sich durch Beobachtungen, ggf. Befragungen, einen raschen persönlichen Eindruck der Anvertrauten sowie darüber zu verschaffen welchen Gefahren die Aufsichtspflichtigen während der Veranstaltung ausgesetzt sind. Nur so ist es möglich, Risikopotentiale vorausschauend zu erkennen und Gefahren bzw. Schäden präventiv zu begegnen.

 

2. Pflicht zur Vermeidung von Gefahrenquellen

Die aufsichtspflichtige Person ist verpflichtet, selbst keine Gefahrenquellen zu schaffen sowie erkannte Gefahrenquellen zu unterbinden, wo ihr dies selbst auf einfache Art und Weise möglich ist. Von der Anzahl der vorhandenen und drohenden Gefahrenquellen hängt ganz entscheidend das Maß der tatsächlichen Beaufsichtigung ab.

 

3. Pflicht zur Warnung vor Gefahren

Von Gefahrenquellen auf deren Eintritt oder Bestand die aufsichtspflichtige Person keinen Einfluss hat, sind die Aufsichtsbedürftigen entweder fernzuhalten (Verbote), zu warnen oder es sind ihnen Hinweise zum Umgang mit diesen Gefahrenquellen zu geben.

 

4. Pflicht, die Aufsicht aufzuführen

Hinweise, Belehrungen und Verbote werden aber in den meisten Fällen nicht ausreichen. Die aufsichtspflichtige Person hat sich daher stets zu vergewissern, ob diese von den Aufsichtsbedürftigen auch verstanden und befolgt werden. Dies ist die Verpflichtung zur tatsächlichen Aufsichtsführung. Eine ständige Anwesenheit kann dabei nicht in jedem Fall, wohl aber bei Kindern bis zu 5-6 Jahren gefordert werden. Die aufsichtspflichtige Person muss aber ständig wissen, wo die Gruppe ist und was die Teilnehmer gerade tun. Hierüber muss sie sich in regelmäßigen Abständen versichern.

 

Im Allgemeinen kommt eine aufsichtspflichtige Person dann ihrer Aufsichtspflicht nach, wenn sie die "nach den Umständen des Einzelfalles gebotene Sorgfalt einer durchschnittlichen Aufsichtsperson" walten lässt.

 

Die aufsichtspflichtige Person sollte stets folgende Fragen mit JA beantworten können:

  • Bin ich darüber informiert, wo sich die mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen befinden und was sie tun?
  • Habe ich generell alle Vorkehrungen zum Schutze der mir Anvertrauten und Dritter getroffen?
  • Habe ich auch in der jetzigen Situation alles Zumutbare getan, was vernünftigerweise unternommen werden muss, um Schäden zu verhindern?

 

Es wird vom Trainer / Übungsleiter nichts Unmögliches verlangt, wenn ihm zudem etwa zugemutet wird, an "mehreren Orten zugleich" zu sein. Er muss aber den Ort auswählen, von dem er glaubt, am wirksamsten seiner Aufsichtspflicht nachkommen oder eventuell die größte Gefahrenquelle ausschalten zu können. Für den Sport bedeutet das, dass er seine Trainingsgruppe möglichst immer zusammenhält, wenigstens aber unter ständiger Beobachtung hat.

 

Es gehört ebenfalls noch zur Aufsichtspflicht, aus Verstößen von gegebenen Anordnungen die Konsequenzen und Folgerungen zu ziehen. Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, also unter Ausschluss von Züchtigungen, müssen die Kinder evtl. sogar "bestraft" werden. Hier bietet sich, unter dem Gesichtspunkt, dass ein Verein ein freiwilliger Zusammenschluss ist, eine weite Palette an: z.B. Ausschluss von bestimmten Veranstaltungen, Reisen, Trainingseinheiten oder Mannschaftsspielen. Diese allgemeine Verpflichtung hat der Trainer / Übungsleiter so lange, wie sich das Kind oder der Jugendliche in seinem Verantwortungsbereich befindet.

 

Eine Pflicht zur Beaufsichtigung der Wege zum und vom Training gibt es nicht. Bietet allerdings ein Trainer / Übungsleiter einem Minderjährigen an, ihn im Pkw mit nach Hause zu nehmen, so gelten die allgemeinen Haftungsgrundsätze selbstverständlich auch hier.

 

Eine Frage, die immer wieder gestellt wird, ist, ob undisziplinierte Kinder und Jugendliche vor Beendigung des Trainings nach Hause geschickt werden dürfen. Hier gibt es keine klaren Regelungen. Die Auffassung, dass Kinder ab dem 14. Lebensjahr durchaus nach Hause geschickt werden können, kann nicht pauschal angewendet werden. Vielmehr muss die Reife und der Grad der Selbständigkeit des Kindes berücksichtigt werden. Ein sog. "Schlüsselkind", das auch jeden Tag den gleichen oder ähnlichen Weg zur Schule geht, kann anders behandelt werden, als jemand, der täglich von der Oma zur Schule gebracht wird und damit unselbständiger ist.

 

Es ist möglich, einen Teil der Aufsichtspflicht auszuschließen oder die Aufsichtspflicht zu beschränken. Dies geht allerdings nur in Form einer Abmachung mit den Eltern, wobei diese schriftlich zu treffen ist. Soll z.B. bei einer Wettkampfreise oder einem Trainingslager die Haftung für einen Badeausflug ausgeschlossen werden, so müssen die Eltern hierauf vorher hingewiesen werden und entweder die Teilnahme an diesem Badeausflug für ihr Kind verbieten oder die Genehmigung ohne Beaufsichtigung erteilen (Siehe: "Einverständniserklärung der Eltern").

Auch Sonderausflüge ohne Aufsicht sind möglich, wenn die Eltern vorher ihre Zustimmung gegeben haben.

 

Eine Vertretung des Trainers / Übungsleiters in seiner Aufsicht durch Minderjährige ist möglich, wenn zwingende Gründe vorliegen. Z.B. bei einer Verletzung eines Minderjährigen aus der Gruppe, der von dem Trainer / Übungsleiter selbst ins Krankenhaus gebracht werden muss. Dann ist eine Übertragung auf einen Minderjährigen aus der Gruppe möglich, jedoch sind bei der Auswahl dieses betreffenden "Stellvertreters" strenge Anforderungen zu stellen. Passiert etwas, dann wird überprüft, ob die Auswahl von Seiten des Trainer / Übungsleiters richtig getroffen worden ist. Gewagte pädagogische Experimente sind in diesem Zusammenhang nicht zulässig und unangebracht.

 

Wann ist eine Bestrafung des verantwortlichen Aufsichtspflichtigen möglich / wer haftet für was?

Wer als Trainer / Übungsleiter nicht aufpasst, also seine Aufsichtspflicht verletzt, so dass sich ein zu betreuender Minderjähriger körperlich verletzt, kann z.B. wegen fahrlässiger Körperverletzung des Minderjährigen mit anschließenden Schadenersatzansprüchen herangezogen werden.

 

Eine Aufsichtspflichtverletzung und damit auch eine Haftung der aufsichtspflichtige Person nach den Vorschriften der §§ 823, 832 BGB setzt immer ein Verschulden bei der Wahrnehmung der Aufsichtspflicht voraus. Als Maßstab kommt dabei (selten) Vorsatz und (meistens) Fahrlässigkeit in Betracht. Während bei Vorsatz die aufsichtspflichtige Person in Kauf nimmt, dass ein Schaden entsteht, ist von Fahrlässigkeit dann auszugehen, wenn sie zwar keinen Schaden will, allerdings ein Schaden deshalb entsteht, weil sie die erforderliche Sorgfalt einer durchschnittlichen (d.h. verantwortungsbewussten und ausgebildeten, nicht aber allwissenden) Person außer Acht gelassen hat.

 

Bei der Frage, wer letzten Endes für den Schaden aufzukommen hat, wird dann noch weiter unterschieden zwischen leichter und grober Fahrlässigkeit. Oft wird aber wohl auch dem geschädigten Minderjährigen selbst der Vorwurf zu machen sein, dass die Entstehung des Schadens für ihn vorhersehbar war. Hier greift die "Mitschuld"-Regelung des § 828 BGB ein. Danach ist zunächst Kindern bis zum vollendeten siebten Lebensjahr kein eigenes Mitverschulden anzulasten. Wenn aber der Geschädigte mindestens 7 Jahre alt ist und er in der Situation, die zum Schaden führte, hätte erkennen können, dass durch sein Verhalten dieser Schaden entstehen wird, kann dies zu einer Minderung oder zum Ausschluss der Haftung der aufsichtspflichtigen Person führen. Die Vorschrift trägt dem Umstand Rechnung, dass mit zunehmendem Alter des Minderjährigen auch sein persönlicher Reifegrad und sein Erfahrungsschatz eine immer präzisere Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten und Grenzen sowie der Gefährlichkeit des Tuns ermöglicht.

 

Die Beantwortung der Frage, wer letztendlich für einen entstandenen Schaden haftet, beurteilt sich nach dem Maß der Aufsichtspflichtverletzung:

Während bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit die aufsichtspflichtige Person selbst für einen Schaden haftet, kann im Falle einer leichten Fahrlässigkeit geregelt werden, dass die Haftung vom Beauftragten (Verein/Vereinsvorstand) übernommen wird (Haftpflichtversicherung des LSB). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass z.B. Übungsleiter, wenn sie mit besonders gefahrträchtigen Aufgaben betraut werden (Beaufsichtigung von Minderjährigen), letztlich nicht mit Schadenersatzansprüchen belastet werden können, die ihre Ursache gerade in der besonderen Gefahr der übertragenen Aufgabe haben.

 

Die Haftung von Trainern / Übungsleitern wird durch folgende Paragraphen im BGB geregelt:

(Das trifft grundsätzlich für alle Aufsichtspflichtigen, z.B. auch Jugendleiter, zu)

  • § 823. [Schadensersatzpflicht] (1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatze des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. (2) Die gleiche Verpflichtung trifft denjenigen, welcher gegen ein den Schutz eines anderen bezweckendes Gesetz verstößt. Ist nach dem Inhalte des Gesetzes ein Verstoß gegen dieses auch ohne Verschulden möglich, so tritt die Ersatzpflicht nur im Falle des Verschuldens ein.
  • § 832. [Haftung des Aufsichtspflichtigen] (1) Wer kraft Gesetzes zur Führung der Aufsicht über eine Person verpflichtet ist, die wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geistigen oder körperlichen Zustandes der Beaufsichtigung bedarf, ist zum Ersatze des Schadens verpflichtet, den diese Person einem Dritten widerrechtlich zufügt. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn er seiner Aufsichtspflicht genügt oder wenn der Schaden auch bei gehöriger Aufsichtsführung entstanden sein würde. (2) Die gleiche Verantwortlichkeit trifft denjenigen, welcher die Führung der Aufsicht durch Vertrag übernimmt.

 

Mit freundlicher Genehmigung von: Rechtsanwalt Stefan Obermeier, München; www.aufsichtspflicht.de


Minderjährige als Übungsleiter

Jeder Verein freut sich, wenn Jugendliche bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Deshalb stellt sich natürlich auch die Frage, wie es mit der Übungsleitertätigkeit von Minderjährigen aussieht.

 

Was sagt das Gesetz?

Der Einsatz eines Übungsleiters generell kann zum einen als Auftrag im Sinne von § 662 ff. BGB erfolgen. Dies ist der Fall, wenn der Übungsleiter unentgeltlich tätig wird und lediglich einen Anspruch auf Aufwendungsersatz hat. Erhält der Übungsleiter allerdings eine finanzielle Gegenleistung (Entgelt), handelt es sich um einen Dienstvertrag im Sinne von § 611 BGB. Das ist zunächst unabhängig davon, ob der Übungsleiter volljährig ist oder nicht. Das bedeutet: Das Gesetz schließt die Übungsleitertätigkeit Minderjähriger nicht aus. Da es sich dabei aber um einen in seiner Geschäftsfähigkeit beschränkten Jugendlichen handelt, bedarf es zum Vertragsabschluss der Einwilligung der gesetzlichen Vertreter gem. § 107 BGB. Der Vertrag kann als Freier-Mitarbeiter-Vertrag oder als Arbeitnehmervertrag abgeschlossen werden.

 

Haftungsfrage

Grundsätzlich gilt, dass im Außenverhältnis ein Vertrag lediglich zwischen Teilnehmer/Sportler und Verein besteht. Im Innenverhältnis delegiert der Verein die Wahrnehmung der Aufgaben an den Übungsleiter. Dementsprechend haftet zunächst der Verein gem. § 278 BGB für den Übungsleiter als seinen Erfüllungsgehilfen. Hat jedoch der Übungsleiter vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt, kann er vom Verein (im Innenverhältnis) in Regress genommen werden.

 

Grundsätzlich haftet jeder, der vorsätzlich oder grob fahrlässig handelt, § 276 BGB. Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer acht lässt. Grob fahrlässig handelt, wer diese Sorgfaltspflicht in besonders schwerem Masse verletzt, d.h. nahe liegende Überlegungen nicht angestellt und das missachtet hat, was im Einzelfall jedem einleuchten müsste. Vorsatz muss hier an dieser Stelle sicher nicht erklärt werden.  

Beispiel: Ein minderjähriger Übungsleiter trainiert die Jugendmannschaft des Vereins. Kurz vor Ende des Trainings verlässt er den Platz in Richtung Vereinsgaststätte. Bei den Aufräumarbeiten kippt das Tor und verletzt einen Jugendlichen der Trainingsgruppe schwer. Die Eltern machen Schmerzensgeld gegen den Übungsleiter geltend. Er hat es unterlassen, die Aufräumarbeiten zu überwachen. Zunächst haftet der Verein als Aufsichtspflichtiger für den Übungsleiter gem. § 832 BGB.

 

Das bedeutet: Die Haftungsfrage ist also unabhängig von der Volljährigkeit zu betrachten, so dass auch vom Grundsatz her minderjährige Übungsleiter eingesetzt werden können.

 

Den Vereinsvorstand trifft hier aber eine sehr große Verantwortung. Die Auswahl des Minderjährigen als Übungsleiter muss im Hinblick auf seine fachliche wie menschliche Eignung sorgfältig erfolgen und dieser in der Ausübung seiner Tätigkeit regelmäßig überwacht werden. Dabei sind insbesondere auch die Erfahrung des Übungsleiters und die Angemessenheit bezüglich der betreuten Gruppe zu berücksichtigen. Bei einem Minderjährigen ist zusätzlich darauf abzustellen, ob dieser die Gefährlichkeit seines Tuns erkennen kann, § 828 BGB.

 

Sportversicherung

Über die Sportversicherung des Landessportbundes Berlin (Rahmenvertrag mit der Feuersozietät Berlin-Brandenburg Versicherung AG) besteht Versicherungsschutz für Organisationen im LSB Berlin und deren Einzelmitglieder, Erfüllungsgehilfen und Mitarbeiter. Dementsprechend besteht für Übungsleiter bei der Ausübung ihrer Tätigkeit Versicherungsschutz für Unfälle und Haftpflichtansprüche. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Übungsleiter volljährig ist oder nicht. Abgestellt wird analog zur Haftungsfrage auf die fachliche und menschliche Eignung.

Das bedeutet: Auch unter dem Gesichtspunkt der Sportversicherung können minderjährige Übungsleiter eingesetzt werden!

 

Die Übungsleiterlizenz

Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr konnten bisher an den Übungsleiterlehrgängen teilnehmen, die Lizenz wurde ihnen aber erst bei Vollendung des 18. Lebensjahres ausgehändigt. Inzwischen gibt es eine Änderung. Auch 16-Jährige erhalten nach erfolgreicher Absolvierung der Ausbildung die DSB-Lizenz. Demzufolge können die Vereine auch für diese Jugendlichen beim Landessportbund Berlin Zuschüsse beantragen.

 

Zusammenfassung

Auch Minderjährige können als Übungsleiter tätig werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Der minderjährige Übungsleiter wird vom Verein eingesetzt und durch diesen regelmäßig überwacht
  2. Er verfügt über die erforderlichen fachlichen Voraussetzungen (auch ohne Lizenz)
  3. Er hat die nötige Erfahrung und persönliche Reife
  4. Die gesetzlichen Vertreter (in der Regel die Eltern) des Übungsleiters geben ihr Einverständnis
  5. Die Eltern der betreuten Sportler sollten darüber informiert sein und keine grundsätzlichen Bedenken haben

 

Haftungsausschluss:  Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Da sich Gesetze und Vorschriften oft kurzfristig ändern, kann der Landessportbund Berlin für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte dennoch keine Gewähr übernehmen.


Versicherungsschutz für Übungsleiter und Trainer

Auch für Trainer und Übungsleiter stellt sich natürlich die Frage, ob sie in dieser Eigenschaft selbst ausreichend gegen Unfälle und Haftpflichtansprüche versichert sind.

 

Der Versicherungsvertrag des Landessportbundes Berlin mit der Feuersozietät Berlin-Brandenburg beinhaltet zwar eine Unfall- sowie eine Haftpflichtversicherung, die auch die Tätigkeit von Übungsleitern und Trainern berücksichtigt, dennoch stellt sich die Frage, ob sie alle Bereiche und Gefahren der Trainer-/ Übungsleitertätigkeit abdeckt?

 

 

Unfallversicherung

 

1. Wenn der Trainer / Übungsleiter kein Mitglied im Verein ist

 

Trainer und Übungsleiter, die nicht Mitglied in einem Verein sind, sind nicht unfallversichert.

 

Der Verein kann mit diesen Übungsleitern aber einen Arbeitsvertrag abschließen und sie dann bei der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) anmelden.

Nichtversicherbar bei der VBG sind Trainer / Übungsleiter, die als Freiberufler bzw. Selbständige im Sinne eines Gewerbetreibenden tätig sind. Diese Personen können aber bei der VBG eine freiwillige Unternehmerversicherung gemäß § 6 Abs. 1 SGB VII abschließen.

 

 

2. Der Trainer / Übungsleiter ist Mitglied im Verein

 

Für diese Übungsleiter/Trainer besteht bei Unfällen Versicherungsschutz über den Vertrag des Landessportbundes Berlin mit der Feuersozietät Berlin-Brandenburg, da der Übungsleiter ja auch Mitglied ist. Zusätzlich hat der LSB Berlin noch einen Vertrag mit der VBG abgeschlossen, nach dem alle Übungsleiter, deren Honorar 2.400 Euro pro Jahr nicht übersteigt, auch noch dort unfallversichert sind. Übersteigt das Honorar diesen Freibetrag, muss der Verein den Übunglsleiter bei der VBG anmelden. Bei einem "Arbeitsunfall" könnten dann beide Versicherungen (die LSB-Versicherung und die VBG) in Anspruch genommen werden.

 

Siehe auch:

- VBG

- VBG-Broschüre

- LSB-Sportversicherung

 

 

 

Haftpflichtversicherung

 

Die Grundlagen der Haftung sowie der Aufsichtspflicht sind im Artikel "Aufsichtsflicht" ausführlich beschrieben.

 

 

1. Wenn der Trainer / Übungsleiter kein Mitglied im Verein ist

 

Für Trainer und Übungsleiter, die nicht Mitglied in einem dem LSB angeschlossenen Verein sind, besteht kein Haftpflichtversicherungsschutz.

Es ist daher empfehlenswert, dass sie eine eigene Trainerhaftpflicht abzuschließen. Informationen dazu erhalten sie bei der Vereinsberatung des LSB Berlin (Tel:  030 / 300 02 100).

 

 

2. Der Trainer / Übungsleiter ist Mitglied im Verein

 

Wenn der Trainer / Übungsleiter Mitglied in einem Verein ist, besteht Haftpflicht-Versicherungsschutz über den Vertrag des LSB Berlin. Dabei ist es unerheblich, ob seine Mitgliedschaft im beschäftigenden Verein besteht oder in einem anderen. Dieser sollte allerdings nichts dagegen haben.

 

Sollte der Übungsleiter/Trainer fahrlässig einen Schaden verursacht haben, besteht nach § 823 BGB die gesetzliche Verpflichtung zum Schadenersatz. Ansprüche werden normalerweise aber zuerst an den Verein gerichtet, da der Trainer / Übungsleiter dessen Erfüllungsgehilfe ist. Der Verein als juristische Person ist ebenfalls über den LSB-Vertrag versichert, so dass entsprechende Schadenersatzforderungen geregelt werden. Bei grober Fahrlässigkeit wird der Schaden zuerst ebenfalls von der Versicherung übernommen, diese kann sich dann aber alles oder einen Teil vom Verursacher zurückholen. Steht der Verein auf dem Standpunkt, dass der Übungsleiter ebenfalls eine bestimmte Schuld zu tragen hat, kann er diesen im Innenverhältnis regresspflichtig machen.

 

Siehe auch:

- Die Aufsichtspflicht
- LSB-Sportversicherung


Singletrailskala

 

Die Singletrail-Skala (STS) – Trails einschätzen leicht gemacht!

Von DIMBo Carsten Schymik

Irgendwo in den Alpen. Eine Gruppe von Bikern steht nach einer langen Auffahrt oben auf dem Pass und blickt nach unten. Knapp 500 m weit nach unten können sie schauen. Schmal wie ein Handtuch schlängelt sich ein Trail hinab ins Tal. Felsen sind zu sehen, enge Kehren verlangen Fahrtechnik, an einigen Stellen ist der Weg ausgesetzt, hier hängt ein Stahlseil am Fels. Auf die Gruppe, allesamt Cross Country Fahrer aus einem deutschen Mittelgebirge wartet eine Abfahrt hinunter ins Ungewisse. Es geht über Felsen und später über Wurzeln, teilweise ausgesetzt und schräg den Hang hinab.


Pfeil mehr info

Crash-Kurs - Hilfe nach Unfällen

"Wird schon nichts passieren", denken wir, wenn wir auf dem Rad unterwegs sind. Doch es passiert was - und zwar häufiger als uns lieb ist.

Mehr als 70.000 Radfahrer verunglückten laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2001 im Straßenverkehr, drei Viertel von ihnen kollidierten mit einem Auto – wobei in 61 Prozent dieser Fälle der Autofahrer der Hauptschuldige war.
Pfeil mehr info

DIMB-Trail-Rules

DIMB Trail Rules
 
Trail Rules als pdf hier

In fast allen Bundesländern gibt es per Gesetz oder Verordnung Einschränkungen und Verbote für Mountain Biker. Leider wird dabei vorwiegend auf die vermeintliche Eignung von Wegen Bezug genommen, statt auf das vernünftige Verhalten der Einzelnen abzuzielen. Nicht zuletzt waren Fehltritte von ein paar wenigen BikerInnen der Grund für pauschale Verbote.
Die Beachtung dieser DIMB-Trailrules führt zu umwelt- und sozialverträglichem Mountain Biking und hilft, weitere pauschale Einschränkungen unserer Sportart zu vermeiden.
 


Pfeil mehr info